Unser Leitbild
Das Pflegekonzept
Präsentationsfilm
 
 


Wir betreuen unsere Bewohner nach dem Pflegemodell nach Prof. E. Böhm und reaktivieren unsere Betagten, indem wir zuerst die Seele wiederbeleben und versuchen den Lebensdrang des alten Menschen zu unterstützen. Unser Ziel ist es, Symptomen wie Verwirrtheit, Rückzugs- und verfrühten Sterbenswünschen, Weinerlichkeit, lautem nächtlichen Schreien, Wahnsymptomen und ähnlichem eine neue Bedeutung zu geben, anstatt sie als gegeben hinzunehmen. Bei allen psychisch gestörten Menschen erheben wir eine gefühlsbetonte Biographie und versuchen über diesen Weg heraus zu finden, was diesen Bewohnern immer schon wichtig war. Wir versuchen zu erforschen, was sie in ihrer Kindheit gefühlsmäßig erregte oder welche Genüsse und Sinnesfreuden sie motivierten. Die Seele soll wieder zum Leben erweckt werden.

Unsere Mitarbeiter haben also vor allem die Aufgabe, die Psyche des alten Menschen wiederzubeleben. In der modernen Pflege findet somit keine „Verwahrung“ sondern viel eher eine gezielte Belastung nach den jeweiligen, sich aus der Biographie ergebenden Möglichkeiten des alten Menschen statt. Wir distanzieren uns von dem „alte Menschen müssen geschont werden“ und wollen ihnen nicht alle Anforderungen des Alltags abnehmen. In ihrem eigenen Interesse werden unsere Bewohner angehalten bei der Pflege mitzuhelfen oder kleine Arbeiten zu verrichten die ihnen vertraut sind. Unsere Angebote werden auf den psychischen Zustand des alten Menschen abgestimmt. Wir unterscheiden grob zwischen Programmen, die schwerpunktmäßig für gesunde, leicht altersabgebaute Bewohner und solchen, die bei leichten, mittleren und schweren Verhaltensauffälligkeiten zur Anwendung kommen.

Der Anteil der verwirrten alten Menschen in den Pflegeheimen nimmt seit Jahren ständig zu. Landesweit sind vermutlich über 50 % der Pflegeheimplätze von Menschen mit demenziellen Erkrankungen belegt. Dies trifft auch für das Seniorenzentrum St. Raphael zu. Vor diesem Hintergrund haben wir uns entschlossen, einen Wohnbereich mit 55 Plätzen ausschließlich für diese Bewohnergruppe zu reservieren. Verwirrte alte Menschen benötigen eine spezielle Betreuung und Pflege. Wir haben uns für ein Pflegemodell entschieden, dass von Prof. Erwin Böhm aus Wien, entwickelt wurde. Es stellt einen vielseitigen und entwicklungsfähigen Ansatz im Bereich der Betreuung von psychisch veränderten alten Menschen dar und zeichnet sich durch eine eindeutige Betonung und Förderung des Selbsthilfepotentials alter Menschen aus. Mit den folgenden Ausführungen wollen wir Ihnen einige Informationen zu den Grundgedanken dieses Betreuungskonzeptes vermitteln und unser daraus abgeleitetes Handeln erklären.

es werden alle banalen Alltagsaktivitäten belassen und ihre eigenständige Durchführung unterstützt, wo es nur geht
wir versuchen, soziale Aufgaben zu übertragen, deren Wichtigkeit zu erfragen und wiederzugeben
Arbeiten mit Koch- und Backgruppen... gemeinsames Einkaufen von Zutaten
die Aufmerksamkeit (Vigilanz) erregen: „Hauptsache es passiert noch etwas im Hause!“
jeder Mensch möchte sich wichtig fühlen, wenigstens ein paar Minuten am Tag.
dazu muss erstmal erforscht werden, was diesen Menschen immer wichtig war!
möglichst keine Langeweile aufkommen lassen
die Alten als Lehrer einsetzen, um Rat fragen
in Gespräche alte Redensarten und Sprichwörter ( Mutterwitz ) einfließen lassen
vorhandene Fähigkeiten ( Ressourcen ) unterstützen und konsequent aufbauen
ein „Daheim“ - Gefühl geben

Das Normalitätsprinzip n. Prof. E. Böhm
Böhm spricht vom sogenannten „Normalitätsprinzip“ und meint damit, dass man immer wieder fragen muss, was in der Jugend oder im frühen Erwachsenenalter der heutigen alten Menschen „normal“ oder „üblich“ war. Gemeint sind moralische Wertvorstellungen ebenso, wie ganz banale Alltagsgewohnheiten, die das normale Leben einstmals bestimmten. Man muss bedenken: Der alte Mensch lebt zunehmend in der Normalität von Gestern, und was gestern vielleicht „normal“ war, kann heute z. T. sehr befremdlich wirken. Hinweise dazu ergeben sich aus Erzählungen von alten Menschen, aus Anekdoten, der Sozialgeschichte, Volksmuseen u. v. a. m. Natürlich muss auch hier jede einzelne Biographie berücksichtigt werden. Pflegerische Impulse sind hier in der Regel eine Mischung aus dem, was damals für alle alten Menschen einer Region galt und dem, was für den einzelnen die Normalität ausmachte:

der Umgang ist verschieden je Person. Es wird dabei auch berücksichtigt, aus welcher gesellschaftlichen Schicht der alte
    Mensch kommt.
es wird das „Gute alte Zeit“ - Syndrom“ berücksichtigt

Psychogeriatrische Zusatzausbildung
Im Rahmen verschiedener Fortbildungen wurden alle Mitarbeiter unserer Pflegeeinrichtung über Ziele und Inhalte der Konzeptionierung nach E. Böhm informiert. Im Anschluss daran wurde ein Großteil der für die tägliche Betreuung unserer dementen Bewohner verantwortlichen Pflegepersonen weiterqualifiziert. Allen an dieser Thematik arbeitenden Personen ist bewusst, dass die Umsetzung dieses Konzeptes einen ständigen Umdenkungs- und Gestaltungsprozesses bedingt. Dies gilt sowohl für die Bewohner selbst und deren Pflegenden, aber auch - und dies nicht in unerheblichem Maße - für die Angehörigen. Ein gutes, verstehendes Miteinander ist aber eine hilfreiche Unterstützung in der Umsetzung des Pflegemodells:

durch Verstehen der Hintergründe,
durch Unterstützung im konkreten Umgang,
durch Hilfe bei der Gestaltung der Normalität unserer Bewohner.


Seniorenzentrum St. Raphael  ·  Schottenbühlstraße 70  ·  79822 Titisee-Neustadt  ·  Tel. 07651 / 499-0  ·  E-Mail info@st-raphael.de
Träger ist der eingetragene und als gemeinnützig anerkannte Verein “Caritas-Seniorenzentrum St. Raphael e. V.“ Das Seniorenzentrum ist eine von allen Kranken-
und Pflegekassen und den Sozialleistungsträgern anerkannte Einrichtung mit entsprechenden Versorgungsverträgen für alle relevanten Leistungsbereiche.
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